Umfassende Mehrheit für Stadtbahnplanungen – CDU gibt Blockade auf

In der Kieler Ratsversammlung wurde der Antrag zur Prüfung einer Stadtbahn mit großer Mehrheit angenommen. Der Antrag wurde von SPD, Grünen, Linken, SSW und einer Fraktionslosen unterstützt und fand damit eine deutliche Mehrheit. Damit ist der Sorge vor Stillstand im Kieler Nahverkehr vorerst abgeholfen.

Die Verwaltung hat nun den Auftrag, gemeinsam mit der nah.sh ein Konzept für eine erste Stadtbahnlinie zu entwickeln und dessen Realisierung und Finanzierung zu prüfen. Für diesen Schritt wird mit einem Aufwand von 2 Jahren gerechnet.

CDU ändert Richtung – Lehnt aber eine Kanalquerung ab

Mit einem Alternativantrag der Kieler CDU werden nur Ergänzungen eingebracht. Überraschend verweigert die CDU ihre Zustimmung zur Prüfung einer Stadtbahn nicht, sondern unterstützt sie mit ihrem fast wortgleichen Antrag sogar explizit. Eine Kanalquerung wird aber für nicht realisierbar gehalten und daher abgelehnt. Ergänzt wird der Antrag um die Forderung, Busse und Förderschiffahrt besser zu vernetzen. Ferner wird die Prüfung der Möglichkeit erbeten, Busse und Fördeschiffe auf emissionsarme oder gar -frei Antriebe umzustellen. Seit dem Ende der schwarz-grünen Koalition 2008 hatte die Kieler CDU das Vorhaben Stadt(Regional)bahn regelmäßig vehement abgelehnt.

Der Alternativantrag wurde überraschend auch von den 2 Vertretern der FDP getragen. Dabei war die mündlichen Begründung aber widersprüchlich. In der Debatte lehnte Ratsfrau Musculus-Stahnke das „Aufreissen“ der Holtenauer Straße ab, befürwortete aber eine Reaktivierung von Hein Schönberg und eine Anbindung von Uni und Ostufer. Nichtsdestotrotz wurde der Antrag der CDU unterstützt.

Bis auf eine Enthaltung sprachen sich damit alle anwesenden Ratsmitglieder für eine Stadtbahn aus.

3 Gedanken zu „Umfassende Mehrheit für Stadtbahnplanungen – CDU gibt Blockade auf

  1. interessierter

    Den Gegnern muss klar werden, das breite Autobahnen wie die A7 in Hamburg Stadtteile voneinander trennt. Nicht umsonst wird die A7 letztmalig verbreitert und zum großen Teil überdeckelt.
    Ein Schienenstrang in der Holtenauer ist keine Mauer mit Stacheldraht. Es ist 1 Schienenstrang den man überqueren kann.
    Wenn man noch den alten Verlauf der B76 durch Kiel kennt und den heutigen Verlauf kommt man zu dem Schluß, das in den letzten Jahren viele millionen Euro in das Straßennetz investiert wurde.
    Bei dem Ausbau der Straßen sieht die CDU Kiel keine Probleme. Aber beim Ausbau des ÖPNV hat die CDU Kiel ein mittelalterliches Vorstellungskonzept.
    Die bestehenden Bahnstrecken sehen immer noch so aus wie zu Kaiserszeiten und wurden selten der heutigen Zeit angepaßt. 99% des bestehenden Bahnnetzes sind 1 gleisig befahrbar. Die neuen raktivierten Haltestellen werden kaum mit den Bussen angefahren und bieten nur wenige möglichkeiten mit dem PKW anzureisen um diesen dann stehen zu lassen. Zb zwischen Kiel und Rendsburg.
    Die Gemeinden freuen sich auf reaktivierte Haltestellen aber vernachlässigen das Umfeld zum Teil.
    Unsere Gesellschaft bekommt es nicht einmal hin, das es einen 30 Takt zwischen Rendsburg und Kiel gibt. Es wird noch einige Zeit dauern.
    In Kiel kann die Kapazitätsgrenze nur erhöht werden, wenn der bestehende ÖPNV durch ein Schienenprojekt erweitert wird. Am ehesten sollte die gute alte Linie 4, (und als solche bezichnet werden), nach gebaut werden. Diese ist Angel.- und Mittelpunkt.

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  2. Stadtbahnfreund

    Die Wiedereinfühtung einer Stadtbahn ist längst überfällig. Die Stadt Braunschweig hat viel in das bestehende Stadtbahnsystem investiert und viele neue Fahrgäste gewonnen. Und das mit der Spurweite von 1100 mm, auf der die Kieler Straßenbahn ebenfalls fuhr. Ich hoffe, dass man sich bei den Überlegungen für eine neue Kieler Stadtbahn das Braunschweiger Modell genau anschaut, denn auch dort ist das System einer Stadtregionalbahn gescheitert. Vielleicht fahren ja bald wieder moderne Fahrzeuge auf 1100 mm durch Kiel…

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    1. Fonkachaise

      Deine Einschätzung, dass die stadtbahn in Kiel überfällig ist teile ich.
      aber für 1100mm gibt es in Kiel keinen einzigen sinnvollen Grund, ausser man möchte Museumsfahrzeuge fahren lassen…….
      Da es im Gegensatz zu Braunschweig keinen 1100mm Bestand mehr gibt wird der mögliche Neubau sinnvollerweise in Normalspur ausgeführt werden. Das ergibt auch Sinn, zwei gewichtige Gründe sind hier
      – keine teuren kleinen Fahrzeugserien in exotischen Spurweiten.
      – später mögliche Nutzung von DB Umlandstrecken wie in Karlsruhe oder Kassel.

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